Kostenloser Versand ab 2 Stück Methylenblau Rückverfolgbare Charge • Unabhängige Analyse

Sicherheitsdatenblatt (SDB): das verbindliche Sicherheitshandbuch

Das Sicherheitsdatenblatt (SDB), international unter dem Kürzel SDS (Safety Data Sheet) bekannt, ist ein vorgeschriebenes regulatorisches Dokument, das jedes in den Verkehr gebrachte chemische Erzeugnis begleitet, vom Methylenblau bis zum Haushaltsreiniger. Dieses Dokument muss strengen Normen genügen (GHS: Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien) und sämtliche Angaben liefern, die für eine sichere Handhabung, Lagerung und Entsorgung der Substanz erforderlich sind.

Die 16 vorgeschriebenen Abschnitte des SDB

1. Identifizierung des Erzeugnisses und des Lieferanten

Produktname, CAS-Nummer, Lieferant mit Kontaktangaben.

2. Identifizierung der Gefahren

Aufgeführt in Form von GHS-Piktogrammen:

  • Ausrufezeichen (reizend).
  • Totenkopf (akut giftig).
  • Flamme (entzündbar).
  • Zerbrochenes Gefäß (ätzend).
  • Gewässer (umweltgefährdend).

Für reines Methylenblau (Qualitäten USP/Ph.Eur.) sind die typischen GHS-Piktogramme minimal: in der Regel „augenreizend“ (Ausrufezeichen), sofern die Konzentration hoch ist. Mit Blei oder Arsen verunreinigte Erzeugnisse weisen „chronisch giftig“ oder „potenziell krebserzeugend“ aus.

3. Zusammensetzung und Angaben zu den Bestandteilen

Vollständige Liste der Verunreinigungen über 1 % (bei Gemischen). Für reines Methylenblau: vor allem destilliertes Wasser (Trägerstoff) und das Methylenblau selbst.

Beispiel für ein technisches Erzeugnis: 85 % Methylenblau, 10 % Azur A, 3 % NaCl, 2 % Wasser.

4. Erste-Hilfe-Maßnahmen

Anweisungen bei Kontakt mit Haut/Augen/Verschlucken/Einatmen.

Für reines Methylenblau:

  • Augen: 15+ Minuten reichlich mit kaltem Wasser spülen.
  • Haut: mit Seifenwasser waschen. Bei hartnäckigen Flecken Vitamin C oder Isopropylalkohol verwenden (siehe Fleckenentfernung).
  • Verschlucken: den Mund ausspülen, kein Erbrechen herbeiführen, einen Arzt aufsuchen. Nicht schwer giftig, aber unangenehm.
  • Einatmen: an die frische Luft gehen, beim Pulver ist keine Wirkung zu erwarten (kaum flüchtig).

5. Maßnahmen zur Brandbekämpfung

  • Erzeugnis nicht entzündbar.
  • Bei einem Brand in der Nähe ein Pulver-, CO₂- oder Sprühwasserlöschmittel verwenden (nicht für andere Chemikalien, bei denen eine Reaktion droht).
  • Thermische Zersetzungsprodukte im Brandfall: Stickoxide, Schwefelwasserstoff (reizend).

6. Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

  • Das Pulver sorgfältig zusammenkehren (Aufwirbeln in die Luft vermeiden).
  • Feuchtes Papier verwenden, um die Bildung von Aerosol zu vermeiden.
  • Zur Entsorgung in einen geschlossenen Behälter geben.
  • Örtliche Belüftung empfohlen.

7. Handhabung und Lagerung

  • Temperatur: Lagerung bei Raumtemperatur, idealerweise zwischen 15 und 25 °C.
  • Feuchtigkeit: unter 60 % halten (sonst Zersetzung zu Azur).
  • Licht: lichtundurchlässiger Behälter oder von direktem Licht entfernt.
  • Belüftung: bei großen Mengen örtlich empfohlen (Werkstatt).
  • PSA (persönliche Schutzausrüstung): Nitril- oder Latexhandschuhe, Laborkittel, Schutzbrille.

8. Begrenzung und Überwachung der Exposition und persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): für Methylenblau speziell kaum festgelegt.
  • Mindest-PSA: Handschuhe, Schutzbrille, Laborkittel für regelmäßige Handhabungen.
  • Für konzentrierte Lösungen: lösemittelbeständige Handschuhe, Belüftung.

9. Physikalische und chemische Eigenschaften

  • Aussehen: blaugrünes, kristallines Pulver.
  • Geruch: geruchlos oder schwach säuerlich.
  • Löslichkeit: sehr gut wasserlöslich (5 bis 7 g/100 mL bei 20 °C).
  • Molekulargewicht: 319,85 g/mol.
  • pH-Wert einer Lösung: etwa 3 bis 4 (leicht sauer).

10. Stabilität und Reaktivität

  • Stabilität: unter normalen Lagerbedingungen stabil.
  • Zu vermeidende Bedingungen: direktes Licht, übermäßige Temperatur, übermäßige Feuchtigkeit.
  • Zersetzungsprodukte: Azur A/B (weniger giftig).
  • Reaktivität: wenig reaktiv. Nicht mit starken Oxidationsmitteln (Chlorbleiche) oder kräftigen Reduktionsmitteln in großen Mengen mischen.

11. Toxikologische Angaben

  • LD50 oral (Maus): 900 bis 1200 mg/kg (geringe akute Toxizität).
  • LD50 intraperitoneal: etwa 1000 mg/kg.
  • LC50 (Einatmen): nicht festgelegt (kaum flüchtig).
  • Augenreizung: ja, bei hoher Konzentration.
  • Hautreizung: nein (wenig reizend für die intakte Haut).
  • Sensibilisierung: seltene Fälle berichtet.

12. Umweltbezogene Angaben

  • Biologische Abbaubarkeit: teilweise biologisch abbaubar (allmählicher Abbau im aeroben Gewässermilieu).
  • Bioakkumulation: mäßig (das Blau reichert sich in den Sedimenten an, weniger in biologischem Gewebe als Schwermetalle).
  • Gewässertoxizität: mäßig. Die therapeutischen Konzentrationen im Aquarium (1 bis 2 mg/L) stellen kein schwerwiegendes ökologisches Problem dar. Bei massiver Einleitung (Textilfabrik) kann es einen Fluss färben und ansäuern.

13. Hinweise zur Entsorgung

  • Abfälle aus verdünntem Blau: in den Abfluss (öffentliches Abwasser) geben, gut verdünnt (keine Ablagerung in der Rohrleitung).
  • Pulver oder Konzentrat: Entsorgung durch Verbrennung (in zertifizierten Entsorgungszentren). Die Verbrennung erzeugt CO₂, H₂O sowie stickstoff- und schwefelhaltige Verbindungen (durch die moderne Filterung neutralisiert).
  • Rücknahme: den Lieferanten nach einem Rücknahmeprogramm fragen (für pharmazeutische Qualität oft angeboten).

14. Angaben zum Transport

  • Einstufung für den Transport: in kleinen Mengen (weniger als 10 kg je Packstück) im Allgemeinen nicht als gefährlich eingestuft.
  • In loser Schüttung oder in großen Mengen: kann je nach örtlicher Regelung (ADR, IMDG für den Seeverkehr) eine Kennzeichnung und besondere Transportbedingungen erfordern.

15. Rechtsvorschriften

  • REACH-Nomenklatur (EU): in die REACH-Liste eingetragen, Beschränkungen unterworfen, wenn die Produktion 1 Tonne pro Jahr und Hersteller übersteigt.
  • CLP-Richtlinien (Einstufung, Kennzeichnung, Verpackung): nach Toxizität kategorisiert.
  • POP-Beschränkungen (persistente organische Schadstoffe): nicht erfasst.

16. Sonstige Angaben

  • Ausgabedatum des SDB.
  • Version des Dokuments.
  • Kontakt des technischen Supports.
  • Ergänzende Anmerkungen des Herstellers.

Wichtige GHS-Piktogramme für Methylenblau

Je nach Qualität:

Piktogramm Bedeutung Pharma-Qualität Technische Qualität
Ausrufezeichen Reizend ✓ (Augen) ✓ (Augen)
Totenkopf Akut giftig Manchmal*
Flamme Entzündbar
Umwelt Umweltgefährdend Manchmal*

* Wenn mit Blei, Arsen oder einem anderen Giftstoff verunreinigt.

Wie man ein SDB in 2 Minuten liest (das Wesentliche)

  1. Die GHS-Piktogramme prüfen: je mehr es davon gibt, desto vorsichtiger muss man sein.
  2. Abschnitt 2 (Gefahren): die unmittelbaren Risiken bewerten.
  3. Abschnitt 4 (Erste Hilfe): die entscheidenden Maßnahmen notieren.
  4. Abschnitt 7 (Handhabung): die empfohlene PSA einsehen.
  5. Abschnitt 8 (Expositionsgrenzwerte): prüfen, ob die Exposition für Ihren Kontext annehmbar ist.
  6. Abschnitt 12 (Umwelt): die Umweltauswirkung bewerten.

Das SDB, ein lebendiges Dokument

Ein gutes SDB ist nicht in Stein gemeißelt. Es wird regelmäßig aktualisiert (mindestens jährliche Überarbeitung) entsprechend den regulatorischen Entwicklungen oder neuen toxikologischen Erkenntnissen. Wer das aktuellste SDB beim Lieferanten anfordert, stellt sicher, über die neuesten Angaben zu verfügen.

Ein Lieferant, der sich weigert, ein SDB bereitzustellen, handelt rechtswidrig (in den meisten Rechtsordnungen).

Letzte Aktualisierung: Dezember 2025

IMG
1% Lösung – 100 ml – Braunglas UV-Schutz 25,90 € 22,90 € — Kostenloser Versand ab 2 Stück
Bestellen
25,90 € 22,90 € Kostenloser Versand ab 2 Stück